Ein erster Blick auf Apples faltbare Zukunft
Gerüchte um ein faltbares iPhone geistern seit Jahren durch die Tech-Welt. Doch mittlerweile verdichten sich die Hinweise, dass Apple tatsächlich ein entsprechendes Gerät auf den Markt bringen wird – wohl unter dem Namen "iPhone Ultra". Ein aktuelles Leak des bekannten Leakers Ice Universe zeigt nun ein weißes Dummy-Modell des Geräts und liefert damit eine erste grobe Vorstellung davon, wie das Flaggschiff der Zukunft aussehen könnte.
Dummy statt Prototype: Warum das Leak mit Vorsicht zu genießen ist
Das verbreitete Bild zeigt das Gerät in einem reinen Weiß. Begleitet wurde der Post von dem Hinweis, es handele sich um einen "Prototype". Wie erfahrene Tech-Beobachter jedoch schnell bemerken, spricht einiges gegen diese These. Das Material des gezeigten Geräts wirkt deutlich billig und erinnert an einen plastikartigen Finish – eine Qualität, die wir von Apple-Prototypen in dieser Phase definitiv nicht erwarten würden. Es handelt sich hierbei mit an Sicherheitsscheinlichkeit um ein Dummy-Modell eines Drittherstellers.
Warum sind diese Dummies dennoch relevant? Dritthersteller erstellen solche Modelle oft basierend auf leaked CAD-Daten, die aus der Lieferkette dringen. Sie dienen primär der Produktion von Hüllen und Zubehör. Auch wenn das Material und die Haptik nicht dem finalen Apple-Produkt entsprechen, geben die Maße, die Platzierung der Kameras und das allgemeine Formfaktor-Design oft die tatsächliche Richtung des finalen Geräts wieder. Das aktuelle Modell ist zudem detaillierter als die Dummy-Units, die wir im letzten Monat gesehen haben, was darauf hindeutet, dass die CAD-Daten verfeinert wurden.
Schwarz und Weiß: Apples reduzierte Farbpalette
Ein weiterer interessanter Aspekt des Leaks ist die Farbgebung. Aktuellen Berichten zufolge soll sich Apple beim iPhone Ultra auf lediglich zwei Farben beschränken: Schwarz und Weiß. Eine mutmaßliche Entscheidung, die aus mehreren Gründen Sinn macht.
Zum einen positioniert Apple das "Ultra"-Label als absolutes Premium-Segment. Eine reduzierte Farbpalette strahlt Eleganz und Professionalität aus, ähnlich wie wir es bereits bei den Pro-Modellen der vergangenen Jahre gesehen haben, bevor Apple mit Titan neue Akzente setzte. Zum anderen stellt die Konstruktion eines Foldables extrem hohe Anforderungen an Materialien und Scharniere. Je weniger Farbvarianten produziert werden müssen, desto besser lassen sich die Toleranzen und Materialermüdung bei neuen Produktionsverfahren kontrollieren.
Die Specs: Ein iPad mini für die Hosentasche
Abseits der Ästhetik liefern die aktuellen Berichte auch konkrete Zahlen zu den Display-Abmessungen. Das iPhone Ultra soll ein äußeres Display (Cover Display) von 5,3 bis 5,5 Zoll bieten. Das ist deutlich größer als das Cover-Display der aktuellen Samsung Galaxy Z Fold-Reihe und könnte Apple einen erheblichen Vorteil im Alltag bringen, da das Smartphone im zugeklappten Zustand deutlich nutzbarer wäre.
Entfaltet man das Gerät, soll ein inneres Display von 7,6 bis 7,8 Zoll zum Vorschein kommen. Diese Dimensionen sind bemerkenswert, da sie exakt in den Bereich des iPad mini fallen. Apple positioniert das iPhone Ultra also nicht nur als größeres Smartphone, sondern als echtes Hybrid-Gerät, das die Lücke zwischen Telefon und Tablet schließt.
Auf der Hardware-Seite deuten CAD-Bilder auf ein Dual-Kamera-Setup auf der Rückseite hin. Berichten zufolge setzt Apple hier auf eine 48MP Hauptkamera sowie ein 48MP Ultrawide-Objektiv. Der Verzicht auf eine Telephoto-Linse könnte ebenfalls ein Zugeständnis an das schlanke Design eines Foldables sein. Zudem soll jedes der beiden Displays über eine eigene Frontkamera verfügen – ein Feature, das bei der Konkurrenz nicht immer selbstverständlich ist und die Video-Call-Qualität im Tablet-Modus massiv verbessern dürfte.
Fazit: Das teuerste iPhone aller Zeiten nimmt Form an
Auch wenn das aktuelle Leak "nur" ein Dritthersteller-Dummy zeigt, zeichnen sich die Konturen des iPhone Ultra immer klarer ab. Apple arbeitet offensichtlich an einem Foldable, das weniger ein Experiment als vielmehr eine konsequente Evolution der Produktlinie darstellt. Die iPad-mini-ähnliche Bildschirmgröße im Inneren, die großzügige Cover-Display-Größe und das 48MP-Duo auf der Rückseite versprechen ein Gerät, das den Preis von wohl über 2.000 Euro rechtfertigen will.
Ob Apple den Markt für faltbare Smartphones, der bisher von Samsung dominiert wird, mit einem derart premium-positionierten Gerät aufmischen kann, wird sich zeigen. Klar ist jedoch: Das iPhone Ultra ist nicht mehr nur eine vage Idee, sondern ein konkretes Produkt, das langsam seine physische Form annimmt.
Quelle: 9to5Mac