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Apple Vision Pro: Leichter, günstiger – aber erst Ende 2028

Ein erschwinglicher Nachfolger der Apple Vision Pro lässt auf sich warten. Laut Mark Gurman kommt das nächste Headset erst 2028. Davor rücken Smart Glasses in den Fokus.

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Codekiste Redaktion1. Juni 2026

Apple Vision Pro: Ein langer Weg zur zweiten Generation

Als Apple die Vision Pro auf den Markt brachte, war die Botschaft klar: Dies ist die Zukunft des Computings, auch wenn diese Zukunft schwer auf der Nase liegt und mit rund 3.500 Euro ordentlich ins Budget schlägt. Wer auf ein leichteres, günstigeres Nachfolgemodell hofft, muss jedoch noch viel Geduld aufbringen. Laut dem renommierten Bloomberg-Journalisten Mark Gurman wird ein echter Vision Pro-Nachfolger voraussichtlich erst Ende 2028 oder gar 2029 auf den Markt kommen.

Kein „Vision Air“ – sondern der echte Sprung

Gurman nimmt in seinem aktuellen „Power On“-Newsletter eine wichtige Unterscheidung vor. Es handelt sich bei dem erwarteten Gerät nicht um das lange diskutierte, aber mittlerweile gestrichene „Vision Air“-Modell. Letzteres sollte eine günstigere, leichtere Variante der aktuellen Vision Pro darstellen, wurde jedoch im vergangenen Jahr offensichtlich zu Grabe getragen. Stattdessen arbeitet Apple an einem vollwertigen Nachfolger, der die massiven Kritikpunkte der ersten Generation – vor allem das hohe Gewicht und der exorbitante Preis – adressieren soll. Bis die nötigen Technologien und Materialien jedoch serienreif sind, vergeht noch eine Menge Zeit.

Strategischer Shift: Smart Glasses als neues Ziel

Warum dauert die Entwicklung des nächsten Headsets so lange? Ein Hauptgrund dürfte die strategische Neuausrichtung innerhalb Apples sein. Die Ressourcen im Bereich Mixed Reality werden zunehmend auf ein anderes Projekt fokussiert: Smart Glasses. Ehemalige Mitglieder der „Vision Products Group“ wurden umgruppiert und arbeiten nun an Apples ersten echten Smart Glasses, die laut Gurman für einen Launch gegen Ende 2027 ins Auge gefasst sind.

Dieser Schritt ist wenig überraschend und ökonomisch absolut sinnvoll. Die Meta Ray-Ban Smart Glasses haben eindrucksvoll bewiesen, dass es einen riesigen Markt für leichtgewichtige, alltägliche Wearables gibt, die den Fokus auf Audio, Kamera und KI-Funktionen legen, anstatt den Nutzer komplett von der Umwelt abzuschotten. Apple erkennt offensichtlich, dass der Durchbruch im Massenmarkt eher über eine Brille als über einen massiven Taucherhelm erfolgt.

Das M5-Update: Ein stilles Lebenszeichen

Dass Apple die Vision Pro nicht komplett vergessen hat, zeigte sich im Oktober 2025. Damals erhielt das Headset ein leises Hardware-Update und den neuen M5-Chip. Aus journalistischer Sicht ist dieses Update jedoch weniger als technologischer Quantensprung zu werten, sondern vielmehr als ein Überbrückungsmanöver. Es hält die Plattform für Entwickler relevant und zeigt, dass Apple das Ökosystem nicht einfriert. Für Endverbraucher ändert ein reiner Chip-Swap bei einem Headset jedoch wenig an den grundlegenden physischen Limitierungen des Geräts.

Kritische Einordnung: Der Fluch des First Movers

Die Zeitleiste bis Ende 2028 wirft ein Schlaglicht auf die harte Realität der Hardware-Entwicklung. Apple hat mit der Vision Pro gezeigt, was technologisch möglich ist. Doch das Gerät ist und bleibt ein Nischenprodukt für Early Adopter und Enterprise-Kunden. Die massentaugliche Evolution erfordert Durchbrüche bei Displays, Batteriepacks und Materialwissenschaften – und diese lassen sich nicht per Keynote beschleunigen.

Die Entscheidung, das „Vision Air“-Projekt zu canceln und stattdessen auf Smart Glasses zu setzen, ist ein Zeichen von Pragmatismus. Ein halbgares, nur minimal leichteres Headset zum Preis von 2.000 Euro hätte den Markt nicht gekippt. Apple geht nun den Weg der Dual-Strategie: Auf der einen Seite die Smart Glasses für den Alltag und die breite Masse, auf der anderen Seite ein langsam reifendes, aber revolutionäres Headset für anspruchsvolle Anwendungen. Ob Apple diesen langen Atem belohnt bekommt, wird sich zeigen – bis dahin bleibt die Vision Pro ein teures Versprechen an die Zukunft.


Quelle: MacRumors

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