Jedes Jahr hoffen Apple-Nutzer auf den großen Sprung bei der Akku-Kapazität, und jedes Jahr liefert Cupertino nur vorsichtige Iterationen. Beim diesjährigen iPhone 18 Pro scheint sich dieses Muster nun erneut zu bestätigen. Während das Pro Max-Modell laut aktuellen Gerüchten auf Rekordniveau steigen soll, fällt der Zuwachs beim kleineren Pro-Modell eher bescheiden aus.
Die aktuellen Leaks aus der Supply Chain
Der bekannte Weibo-Leaker „Digital Chat Station“, der in der Vergangenheit oft mit akkuraten Vorab-Informationen aus der Lieferkette auf sich aufmerksam machte, hat neue Zahlen zum iPhone 18 Pro veröffentlicht. Bereits im Februar hatte der Leaker berichtet, dass das iPhone 18 Pro Max mit einer Kapazität von bis zu 5200mAh aufwarten könnte – was den bisherigen Rekord bei iPhones brechen würde.
Für das kleinere iPhone 18 Pro fallen die Zahlen jedoch deutlich moderater aus. Laut dem Leak wird die chinesische Version des Smartphones über einen 4056mAh-Akku verfügen, während die US-Version auf 4288mAh kommt. Zum Vergleich: Das iPhone 17 Pro kam in den USA auf 3988mAh. Das bedeutet einen Zuwachs von genau 300mAh, was einem Wachstum von knapp 7,5 Prozent entspricht.
Der Kontext: Ein Bruch mit dem Vorjahr
Auf den ersten Blick klingt ein Plus von 7,5 Prozent gar nicht so schlecht. Im Kontext des Vorjahres ist dieser Zuwachs jedoch ein deutlicher Dämpfer. Vom iPhone 16 Pro zum iPhone 17 Pro hatte Apple die Akku-Kapazität noch um beachtliche 19 Prozent aufstocken können. Dass Apple nun wieder auf einen deutlich kleineren Inkrementalschritt zurückfällt, enttäuscht viele, die sich eine ähnliche Entwicklung gewünscht hatten.
Interessant ist auch der Unterschied zwischen der chinesischen und der US-Version. Dass Apple für verschiedene Märkte unterschiedliche Akkugrößen verbaut, ist kein Zufall, sondern Notwendigkeit: Während die US-Modelle bereits komplett auf eSIM setzen, benötigen die chinesischen iPhones weiterhin Platz für einen physischen SIM-Kartenslot. Dieser Platzmangel im Gehäuse geht direkt zu Lasten der Akkuzelle.
Kapazität ist nicht alles: Der 2nm-Faktor
Wer nun enttäuscht den Kopf schüttelt, sollte jedoch nicht vorschnell urteilen. Die reine Akku-Kapazität in Milliamperestunden (mAh) ist nur die halbe Wahrheit, wenn es um die tatsächliche Akkulaufzeit geht. Die effektive Nutzungsdauer ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Akkugröße und Energieeffizienz der Hardware.
Genau hier könnte das iPhone 18 Pro punkten. Apple wird in der Pro-Linie in diesem Jahr den neuen A20 Pro Chip einsetzen, der auf TSMCs modernstem 2nm-Prozess basiert. Dieser Architektursprung verspricht erhebliche Effizienzgewinne. Wenn der Prozessor deutlich weniger Strom unter Last und im Standby verbraucht, kann eine moderate Akku-Vergrößerung von 7,5 Prozent in der Praxis zu einer deutlich spürbar längeren Laufzeit führen als die pure Zahl vermuten lässt.
Kritische Einordnung: Apples Akku-Strategie im Android-Vergleich
Trotz der Hoffnungen auf den effizienteren Chip bleibt Apples Vorgehen bei der Akkukapazität kritisch zu betrachten. Während bei Android-Flaggschiffen 5000mAh mittlerweile zum absoluten Standard gehören – und das oft in Geräten, die dünner oder leichter sind als das iPhone –, tut sich Apple beim reinen Akkubau weiterhin schwer. Das iPhone 18 Pro kratzt mit seinen 4288mAh gerade einmal an den Werten, die Android-Hersteller vor drei bis vier Jahren als Standard etabliert haben.
Apples Philosophie lautet zwar stets, dass die Optimierung von Hardware und Software („Apple Silicon“) mehr bringe als das reine Puffern mit mehr Milliamperestunden. Doch spätestens bei zunehmend stromhungrigen KI-Funktionen, die lokal auf dem Gerät berechnet werden müssen („Apple Intelligence“), stößt diese Philosophie an ihre Grenzen. Mehr Rechenleistung erfordert nun mal mehr Energie, und hier wäre ein größerer Puffer durchaus wünschenswert.
Fazit
Das iPhone 18 Pro wird bei der Akku-Kapazität keinen großen Sprung machen. Ein Zuwachs von rund 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmodell ist solide, aber weit entfernt von bahnbrechend. Die wahre Verbesserung der Laufzeit wird vom neuen 2nm-A20 Pro Chip abhängen. Ob dieses Zusammenspiel aus minimal größerem Akku und deutlich effizienterem Chip ausreicht, um die Konkurrenz aus dem Android-Lager auf Distanz zu halten, müssen spätere Real-World-Tests zeigen. Bis dahin gilt: Auf die mAh-Zahlen allein ist kein Verlass.
Quelle: 9to5Mac