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Apples faltbares iPhone: Liquid Metal als Schlüssel zum Scharnier-Erfolg?

Prototypen des faltbaren iPhones sind nun bei Netzbetreibern im Test. Ein Leaker bestätigt das Liquid-Metal-Scharnier – ein massiver Schritt für Apples Materialforschung.

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Codekiste Redaktion2. Juni 2026

Die Gerüchteküche um Apples erstes faltbares iPhone brodelt. Nachdem in den letzten Monaten vor allem Produktionsprobleme im Fokus standen, gibt es nun konkrete Signale für einen wichtigen Meilenstein: Prototypen des Geräts werden laut dem Leaker "Fixed Focus Digital" weltweit an Netzbetreiber ausgeliefert. Gleichzeitig scheint eine der größten Streitfragen – das Material des Scharniers – geklärt zu sein: Es soll "Liquid Metal" sein.

Das Scharnier-Dilemma und die Leaker-Debatte

Bei Foldables ist das Scharnier der anatomische Flaschenhals. Es muss zehntausende Male auf- und zugeklappt werden, ohne Spiel zu bekommen oder das empfindliche Display zu beschädigen. Der Leaker "Instant Digital" hatte vor Kurzem noch berichtet, dass das Scharnier Apples strenge Qualitätskontrollen bei Dauertests nicht bestanden habe. "Fixed Focus Digital" widersprach dem und sah die Produktionshürden woanders. Der aktuelle Leak positioniert das Liquid-Metal-Scharnier nun als finale und gelöste Designentscheidung.

Das ist insofern relevant, als dass Leaker sich oft in Details widersprechen, aber die Bereitstellung von Prototypen für Carrier-Tests (Netzbetreiber-Zertifizierung) ein harter Indikator dafür ist, dass das Design zumindest für diese Generation eingefroren ist. Wenn die Geräte in den Händen der Provider sind, ist die Hardware-Entwicklung weitgehend abgeschlossen.

Liquid Metal: Vom SIM-Tool zum Struktur-Bauteil

"Liquid Metal" ist kein flüssiges Metall im herkömmlichen Sinn, sondern eine amorphe Metalllegierung. Sie zeichnet sich durch ein außergewöhnlich hohes Stärke-Gewichts-Verhältnis sowie eine hohe Korrosions- und Verschleißfestigkeit aus. Apple hat eine lange Historie mit diesem Material: Bereits 2010 sicherte sich der Konzern eine exklusive Lizenz bei Liquidmetal Technologies. Doch bislang beschränkte sich der Einsatz auf absolute Nischen – am bekanntesten ist wohl das kleine Werkzeug zum Auswerfen der SIM-Karte. Für kleine Bauteile ließ sich das Material gut verarbeiten, für große Strukturteile galt es lange als schwer skalierbar.

Einen Scharnier-Mechanismus, der über die Lebensdauer eines Smartphones Hunderttausende Faltbewegungen aushalten muss, aus Liquid Metal zu fertigen, wäre ein Quantensprung in der Materialanwendung. Branchenanalyst Ming-Chi Kuo hatte bereits im März 2025 von diesem Schritt berichtet und Dongguan EonTec als exklusiven Lieferanten genannt. Interessant ist, dass noch im April dieses Jahres spekuliert wurde, Apple schwankt zwischen Liquid Metal und einer 3D-gedruckten Titanlegierung – ein typisches Beispiel für die Volatilität von Supply-Chain-Gerüchten kurz vor dem finalen Design-Freeze.

Carrier-Tests als Meilenstein

Dass Prototypen nun bei globalen Netzbetreibern eintreffen, ist nicht nur ein logistischer Schritt, sondern ein essenzieller Meilenstein. Bevor ein Smartphone auf den Markt kommt, muss es Netzkompatibilitätstests und Zertifizierungsprozesse durchlaufen. Dies bedeutet, dass die Hardware – inklusive des verbauten C2-Modems und des A20-Chips – soweit stabil ist, dass realweltliche Tests in verschiedenen Netzwerken stattfinden können.

Laut Bloomberg-Mark-Gurman ist das faltbare iPhone weiterhin auf Kurs für eine Vorstellung im September, voraussichtlich alongside den iPhone 18 Pro und Pro Max Modellen. DigiTimes sieht den Start der Massenproduktion bereits im Juli.

Spekifikationen und strategische Entscheidungen

Die bisherigen Gerüchte zur Hardware lesen sich wie ein Premium-Sheet: Ein 7,8-Zoll inneres Display, kombiniert mit einem 5,5-Zoll Cover-Display. Überraschend ist die Rückkehr zu Touch ID anstelle von Face ID. Eine Entscheidung, die aus ingenieurwissenschaftlicher Sicht plausibel erscheint: Die nötige Tiefe der TrueDepth-Kamera für Face ID im extrem schmalen Gehäuse eines Foldables unterzubringen, ist ein massives Problem. Touch ID im Power-Button ist hier der pragmatischere und zuverlässigere Kompromiss.

Zwei Kameras auf der Rückseite und ein Preis von rund 2.000 US-Dollar runden das Bild ab.

Fazit: Ein 2.000-Dollar-Experiment mit Material-Claim

Apple tritt bei Foldables spät in die Arena. Samsung, Huawei und andere haben die Kinderkrankheiten der ersten Generationen längst durchgemacht. Apple muss mit dem "iPhone Ultra" einen Standard setzen, der die Erwartungen an Haltbarkeit und Design neu definiert. Das Liquid-Metal-Scharnier könnte dabei der entscheidende Unterschied sein – nicht nur als Marketing-Buzzword, sondern als echte ingenieurwissenschaftliche Leistung. Wenn Apple schafft, was andere an diesem Material gescheitert sind – die Skalierung für hochbelastete Strukturteile –, könnte das faltbare iPhone das Scharnier-Problem der Branche ein für alle Mal lösen. Ob die Nutzer bereit sind, 2.000 Dollar für dieses Material-Experiment zu zahlen, wird sich im September zeigen.

Quelle: MacRumors

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