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YouTube Music: Split-View für Now Playing rollt jetzt aus

YouTube Music führt das lange erwartete Split-View-Design für den Now Playing-Bildschirm ein. Nutzer sehen Cover, Controls und Queue nun gleichzeitig auf einem Blick.

CR
Codekiste Redaktion15. April 2026

Die Art und Weise, wie wir Musik auf unseren Smartphones konsumieren, hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Der „Now Playing“-Bildschirm ist längst nicht mehr nur eine simple Wiedergabeansicht, sondern das visuelle und funktionale Zentrum jeder Streaming-App. YouTube Music unternimmt nun den wahrscheinlich größten Design-Sprung seit der App-Neuausrichtung von 2023: Das lange erprobte Split-View-Redesign für den Now Playing-Bildschirm rollt nun flächendeckend für Android und iOS aus.

Was ändert sich? Die Details im Überblick

Das Update verabschiedet sich von der klassischen, vollflächigen Ansicht, bei der Albumcover und Bedienelemente den gesamten Bildschirm dominieren, während die Warteschlange („Up Next“) mühsam von unten hochgewischt werden musste. Stattdessen etabliert YouTube Music ein Dual-Pane-Design, das den Bildschirm funktional teilt:

Obere Hälfte: Hier verbleiben das Cover Art sowie die zentralen Wiedergabe-Controls. Auffällig ist, dass der Umschalter zwischen „Song“ und „Video“ nun Icons statt Text verwendet und das Cover Art minimal vergrößert wurde. Die Button-Leiste (Daumen hoch/runter, etc.) bleibt unverändert an ihrem Platz.

Untere Hälfte: Diese ist nun fest der „Up Next“-Queue reserviert. Ein Wischer (Swipe) von überall im Player – selbst von ganz oben – reicht, um die Warteschlange halbhoch zu schieben. Wischt man ein zweites Mal nach oben, öffnet sich die bewährte Vollbild-Ansicht der Queue.

UX-Verbesserungen und versteckte Funktionen

Neben der neuen Raumaufteilung gibt es Detailänderungen, die den Alltag erleichtern – und solche, die Diskussionsstoff bieten. Die Progress Bar etwa hat eine dringend nötige Auffrischung erfahren. Anstatt der hauchdünnen Linie, die sich auf großen Smartphones oft nur schwer treffen ließ, zeigt sich der Fortschrittsbalken nun als dickerer Container. Tippt man ihn an, um im Song zu spulen, zieht er sich noch weiter in die Breite – eine exzellente UX-Entscheidung für die Touch-Bedienung.

Kritischer sieht hingegen das Schicksal von „Lyrics“ und „Related“ aus. Beide Funktionen wurden aus ihrer direkten Verankerung im unteren Bereich entfernt. Die Texte (Lyrics) finden sich nun als kleine Kapsel direkt hinter den Daumen-Buttons – was bedeutet, dass Nutzer einen Tap mehr benötigen, um an ihre Karaoke-Texte zu kommen. Die „Related“-Sektion wurde gar hinter den Songtitel verbannt, der nun mit einem kleinen Pfeil-Chevron versehen ist.

Journalistische Einordnung: Ein mutiger Schritt mit Reibungsverlusten

Aus UX-Sicht ist das Split-View-Design ein logischer und längst überfälliger Schritt. Moderne Smartphones haben extrem große Displays, die bei der alten, vollflächigen Cover-Art-Ansicht oft nur ungenutzten weißen (oder dunklen) Raum boten. Spotify und Apple Music haben vorgemacht, wie wichtig die unmittelbare Sichtbarkeit der Warteschlange für die Nutzererfahrung ist. Wer Musik streamt, plant oft voraus. Zu sehen, was als Nächstes kommt, ohne den aktuellen Song aus den Augen zu verlieren, ist ein echter Mehrwert.

Dennoch zwingt YouTube Music den Nutzern eine neue Navigationsschicht auf. Das Auslagern der Lyrics ist taktisch klug, da die Warteschlange im Alltag vermutlich häufiger aufgerufen wird als der Songtext. Für power user, die beim Hören gerne mitlesen, bedeutet die Verkleinerung des Interaktionstargets hinter den Like-Buttons jedoch einen Reibungsverlust. Auch das Verstecken der „Related“-Sektion ist bedauerlich. Zwar mag die Funktion in der alten Platzierung etwas überladen gewirkt haben, doch sie förderte die Entdeckung neuer Künstler (Music Discovery) deutlich stärker als ein unauffälliger Pfeil neben dem Titel.

Insgesamt ist das Redesign aber ein deutlicher Schritt in Richtung einer erwachseneren, effizienteren App. YouTube Music emanzipiert sich mit dem Split-View weiter von den reinen YouTube-Wurzeln und wird zu dem, was es sein will: ein vollumfänglicher Musik-Player.

Verfügbarkeit und Aktivierung

Das Update wird serverseitig ausgerollt. Nutzer berichten, dass die Version 9.14 auf Android bzw. 9.15 auf iOS Voraussetzung ist. Wer die neuen Features erzwingen möchte, ohne auf den Server-Push zu warten, kann versuchen, die App über die App-Info-Einstellungen zu einem Force Stop zu zwingen oder die geöffnete Warteschlange einmal zu schließen – oft erscheint das neue Design direkt nach dem nächsten App-Start.

Quelle: 9to5Google

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