Die Ära der Begrenzungskabel im Garten neigt sich dem Ende zu. Wo früher stundenlang Kabel im Erdreich vergraben werden mussten, setzen moderne Roboter auf Sensorfusion. Der Segway Navimow i210 LiDAR Pro geht sogar noch einen Schritt weiter und verzichtet im Vergleich zu vorherigen Modellen auf die externe RTK-Satellitenantenne. Stattdessen setzt Segway auf das sogenannte „Triple Precision“-System: Eine Kombination aus LiDAR, optischer Objekterkennung (Vision) und internem RTK-GPS. Letzteres – ein häufiges Ärgernis bei anderen Herstellern – nutzt Segway laut eigenen Angaben lebenslang kostenlos.
Hardware und Allradantrieb Geliefert wird der Roboter in einer kompakten, aber schweren Verpackung. Neben dem Mähroboter selbst liegt lediglich die Ladestation samt Netzteil, Verankerungsmaterial für den Boden und Ersatzklingen bei. Ein optionales „Garagen“-Dach für die Station kostet übrigens stolze 200 Euro – für ein einfaches Plastikteil ein durchaus gewagter Preis, der bei den Bundle-Aktionen im Idealfall einfach mitgeliefert wird. Der Mäher selbst macht einen hochwertigen Eindruck. Auffällig ist das Antriebskonzept: Der Navimow i210 Pro verfügt über einen All Wheel Drive (AWD), bei dem sich auch das vordere Rad dreht. Dies ermöglicht das „X-Turn“ (Zero-Turn-Manöver), wodurch sich der Roboter auf der Stelle drehen kann. Dies soll insbesondere an Rasenkanten für ein sauberes Schnittbild sorgen. Steigungen bis zu 55 Prozent sind kein Problem, was im Alltag vor allem das Überfahren von Wurzeln vereinfacht. Das Schnittsystem arbeitet mit sechs rotierenden Rasierklingen nach dem Mulchprinzip – ein Fangkorb fehlt also.
Einrichtung: Überraschend schnell Das eigentliche Verkaufsargument ist jedoch die Einrichtung. Nach dem physischen Aufbau der Ladestation und dem pairing via Bluetooth – was erstaunlich reibungslos und innerhalb von Sekunden funktioniert – steht das Mapping an. Vorab muss jedoch ein kritischer Aspekt erwähnt werden: Navimow Connect Plus. Der Service bietet 4G-Konnektivität, Fernüberwachung und Diebstahlschutz und ist im ersten Jahr gratis. Danach fallen jährliche 30 Euro an. Ein Klassiker im modernen Tech-Bereich: Hardware wird einmalig bezahlt, essenzielle Cloud-Features werden abonniert. Wer große Anwesen ohne WLAN-Reichweite hat, kommt um das 4G-Abo kaum herum. Nach einem obligatorischen Firmware-Update startet das Kartieren. Der Roboter fährt selbstständig los, hält dabei aber zunächst 30 bis 50 cm Abstand zu den Rasenkanten. Das Mapping funktioniert erstaunlich flott und lautlos. Separate Rasenflächen, die durch Wege getrennt sind, können per App ferngesteuert angefahren werden – eine Funktion, die man eher von Saugrobotern kennt und die bei einem Gerät dieser Größe beeindruckt. Nach Abschluss des Scans berechnet die App ein detailliertes 3D-Geländemodell der Anlage.
Karten-Editierung mit Mehrwert Besonders stark ist die Nachbearbeitung der Karte. Wo bei Saugrobotern oft unpräzise virtuelle Wände gezogen werden müssen, bietet Segway ein feingranulares Werkzeug. Beete oder Bereiche, in die der Roboter beim initialen Scan versehentlich hineingefahren ist, lassen sich per „Teilen“-Funktion exakt aus der Mähzone herausschneiden. Auch Sperrzonen oder sogenannte Bio-Life-Inseln (z.B. für Hummeln und Insekten) lassen sich präzise setzen. Wer möchte, kann dem Mäher sogar spezifische Schnittmuster vorgeben – bis zu 26 Motive stehen zur Verfügung.
Fazit Der erste Eindruck des Segway Navimow i210 LiDAR Pro ist durchweg positiv. Die versprochene kabellose Einrichtung in Minuten hält der Roboter im Praxistest stand. Die Kombination aus LiDAR, Vision und RTK funktioniert beim Mapping erstaunlich präzise, und die Software-Ausstattung mit der 3D-Karte und den detaillierten Editier-Optionen setzt neue Maßstäbe in der Roboter-Mäher-Kategorie. Kritikpunkte sind der überteuerte Preis für die optionale Garagenabdeckung sowie das 4G-Abo-Modell für Cloud-Features. Ob die Navigation im komplexen Alltag mit herumliegenden Spielzeugen, Igeln oder unebenen Wurzeln genauso souverän funktioniert wie das Mapping, muss der Langzeittest in der laufenden Saison zeigen.
Quelle: Technikfaultier