Die neuen Samsung Galaxy A37 und A57 sind offiziell auf dem Markt. Nachdem die Geräte bereits unter NDA der Presse vorgestellt wurden, liegen nun die finalen Retail-Versionen vor. Wie aus dem Hause Samsung gewohnt, kommen die Smartphones in schmaler Verpackung daher – ein Netzteil sucht man vergebens, lediglich ein USB-C-Kabel wird beigelegt. Wer gehofft hat, dass Samsung in dieser Preisklasse wieder eine Schutz- oder Clear-Case beilegt, wird enttäuscht.
Design und Haptik: Shiny statt Matt Ein kurioser Schritt von Samsung in diesem Jahr: Sowohl das A37 als auch das A57 sind ausschließlich in glänzenden („Glossy“) Varianten erhältlich – „Awesome Icy Blue“ und „Awesome Lavender“ sind echte Fingerprint-Magnete. Der vielleicht größte Unterschied zwischen den beiden Geräten zeigt sich jedoch in der Haptik und den Displayrändern. Während das A37 mit einem Plastikrahmen und breiteren Rändern ums Display aufwartet, setzt das A57 auf einen spürbar kühleren Alurahmen und deutlich schmalere Bildschirmränder. In der Hand wirkt das A57 dadurch deutlich hochwertiger und – wie der Kollege vom Technikfaultier treffend bemerkt – „sexiger“. Wenn man beide Geräte nebeneinander hält, ist das A57 unbestreitbar der optische und haptische Gewinner.
Hardware: Exynos statt Qualcomm Unter der Haube verabschiedet sich Samsung von Qualcomm. Das A37 wird vom hauseigenen Exynos 1480 angetrieben, das A57 vom etwas stärkeren Exynos 1680. Die Basisversion des A37 startet bei mageren 6 GB RAM und 128 GB Speicher – ein hartes Limit im Jahr 2024. Die 256-GB-Varianten beider Geräte bieten immerhin 8 GB RAM. Eine Erweiterung per MicroSD gibt es nicht mehr. Der Akku ist bei beiden mit 5000 mAh identisch, ebenso wie die 45 Watt Ladeleistung per Kabel. Drahtloses Laden fehlt leider weiterhin. Positiv: Samsung verspricht für beide Geräte sechs Jahre OS- und Sicherheitsupdates. Ein durchgeführter Boot-Test der 8/256-Versionen zeigte kaum Unterschiede – beide Geräte starten nahezu synchron.
Kameras: Makro-Linsen als Platzhalter Bei den Kameras tut sich ein moderater Unterschied auf. Beide Smartphones bieten eine 50-Megapixel-Hauptkamera, wobei Samsung beim A57 verspricht, dass die Pixel „besser“ seien – ein klassisches Marketing-Versprechen, das in der Praxis noch bewiesen werden muss. Der eigentliche Unterschied liegt in der Ultraweitwinkel-Kamera: 12 Megapixel beim A57 stehen 8 Megapixel beim A37 gegenüber. Wer dahinter einen echten Telephoto-Zoom vermutet, wird enttäuscht: Stattdessen verbaut Samsung wieder eine nahezu nutzlose 5-Megapixel-Makrolinse, die primär der Aufwertung der Spezifikationsliste dient. Die Frontkamera löst bei beiden mit 12 Megapixeln auf.
Preisgestaltung: Die harte Realität des Marktes Hier wird es für Samsung richtig spannend – und für Käufer besonders wichtig. Die unverbindlichen Preisempfehlungen sind ambitioniert: Das A37 (6/128 GB) soll 430 Euro kosten, die 8/256-GB-Version 520 Euro. Das A57 startet bei 530 Euro (8/128 GB) und kostet in der 8/256-GB-Variante 590 Euro. Für die gebotene Hardware – Plastikrahmen beim A37, fehlendes kabelloses Laden, keine Anti-Reflexions-Beschichtung (die weiterhin dem S24 Ultra vorbehalten bleibt) – sind diese UVPs schlichtweg zu hoch.
Die Realität des Marktes sieht ohnehin anders aus: Erste Händler bieten das A57 bereits auf dem Niveau der A37-UVP an. Die Konkurrenz durch Nothing und Poco ist enorm und zwingt Samsung in die Preis-Offensive. Wer diese Geräte nicht mit Vertrag kauft, sollte dringend warten. Das A37 muss schnell unter die 300-Euro-Marke rutschen, das A57 in Richtung 300 bis 400 Euro, um attraktiv zu sein.
Fazit Das Galaxy A57 ist zweifellos das attraktivere Smartphone. Der Alurahmen und die schmaleren Displayränder machen einen echten Unterschied in der Handhabung. Die Frage ist jedoch, ob dieser Haptik-Vorteil und der minimal stärkere Exynos-Chip einen Aufpreis von 100 Euro rechtfertigen. Die Kameraunterschiede sind marginal, die Makrolinse auf beiden Geräten enttäuschend. Letztlich entscheidet der Preis: Bei den aktuellen UVPs sind beide Geräte kaum empfehlenswert. Wer den Preisverfall abwartet, bekommt mit dem A57 ein solides Mittelklasse-Gerät – vorausgesetzt, man kann den glänzenden Look und die Exynos-Performance akzeptieren.
Quelle: Technikfaultier