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KI-Boom treibt Hardware-Preise: Samsungs Erhöhung als Vorbote für Apple

Samsung erhöht stillschweigend die US-Preise für Tablets und Smartphones. Der Grund ist ein massiver Speichermangel durch KI-Rechenzentren – ein alarmierendes Signal für kommende Apple-Geräte.

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Codekiste Redaktion14. April 2026

Die Zeiten sinkender oder zumindest stabiler Hardware-Preise könnten endgültig vorbei sein. Wie MacRumors berichtet, hat Samsung in den USA über Nacht die Preise für mehrere Smartphones und seine gesamte Tablet-Linie angehoben. Betroffen sind auch die aktuellen Flaggschiffe Galaxy Tab S11 und Tab S11 Ultra. So kostet das Basismodell der S11 nun 100 Dollar mehr (900 US-Dollar), während die Top-Konfiguration des S11 Ultra mit 1TB Speicherplatz um beachtliche 280 Dollar auf 1.899,99 Dollar angehoben wurde. Samsung hat sich bislang nicht zu der Erhöhung geäußert – doch die stillschweigende Preisrunde ist ein deutliches Signal für die gesamte Branche.

Die Ursache: Wenn KI-Rechenzentren den Markt leerfressen

Hinter den Preiserhöhungen steckt kein gieriges Management, sondern eine gravierende Verschiebung in der Halbleiterindustrie. Die weltweite Nachfrage nach Speicherchips und Flash-Speicher explodiert, angetrieben von einem einzigen Treiber: Künstliche Intelligenz. Rechenzentren für KI schlucken gewaltige Mengen an High-Bandwidth Memory (HBM) und NAND-Flash. Für Chipfertiger wie Samsung, TSMC und SK Hynix ist die Entscheidung simpel: Die lukrativen Großverträge mit Rechenzentrumsbetreibern haben Vorrang vor der Produktion von Consumer-Chips. Selbst bei Vollauslastung der Werke kann die Nachfrage nicht bedient werden. Das klassische Gesetz von Angebot und Nachfrage schlägt zu: Die Speicherpreise steigen.

Apple ist schon mittendrin

Dass Samsung nun die Preise an die Endkunden weitergibt, ist ein Weckruf für alle, die dachten, Apple könne sich den Sog entziehen. Tatsächlich spürt der iPhone-Hersteller die Krise bereits massiv. So wurden die Anfang des Jahres erschienenen MacBook Air und MacBook Pro Modelle teurer als ihre Vorgänger – ein Schritt, den Apple geschickt mit einem höheren Basisspeicherplatz rechtfertigte. Doch bei den Desktop-Macs wird die Knappheit offensichtlicher und schmerzhafter.

Apple hat das 512GB RAM-Upgrade für den Mac Studio bereits von der Website entfernt und für das 256GB-Upgrade 400 Dollar mehr verlangt. Zudem wurden Bestellungen für Mac Studio und Mac mini mit großen RAM-Konfigurationen gestoppt. Wer noch ein solches Gerät ergattert, muss mit absurden Lieferzeiten rechnen. Hier wird die reale Knappheit für den Konsumenten spürbar.

Blick in die Kristallkugel: iPhone 18, M5-Macs und das faltbare iPhone

Wie geht Apple in den kommenden Quartalen mit den steigenden Einkaufspreisen um? Tim Cook sagte bereits im Januar, dass Speicherkosten das Bruttoergebnis im zweiten Geschäftsquartal stärker belasten werden. Apple verhandle laut Cook mit Zulieferern über Preisnachlässe in anderen Bereichen, um die Kosten zu kompensieren. Gleichzeitig soll Apple für LPDDR5X-Speicherchips für die iPhone-17-Produktion doppelt so viel an Samsung zahlen wie bisher.

Analyst Ming-Chi Kuo erwartet dennoch, dass Apple die Startpreise des iPhone 18 flach halten wird. Apple könnte die höheren Kosten aus eigener Tasche vorstrecken, um Marktanteile zu sichern, und die Verluste über den stark wachsenden Services-Bereich (Apple Music, iCloud, App Store) ausgleichen. Ein weiterer Puffer: Das für dieses Jahr erwartete faltbare iPhone soll mit einem Preis von über 2.000 Dollar auf den Markt kommen und die Margen im Premium-Segment stabilisieren.

Ungewiss bleibt hingegen die Zukunft der Mac-Linie. Eigentlich stehen M5-Updates für Mac Studio und Mac mini an. Wenn aber schon aktuelle RAM-Konfigurationen kaum lieferbar sind, stellt sich die Frage, ob Apple die neuen Modelle wie geplant auf den Markt bringen kann – oder ob die Präsentation verschoben werden muss, weil schlicht die Chips fehlen.

Fazit: Der Konsument zahlt die Zeche

Die aktuelle Entwicklung zeichnet ein klares, wenn auch unerfreuliches Bild: Die KI-Revolution findet nicht nur in der Cloud statt, sie hat direkte Auswirkungen auf unsere Geldbeutel. Die Halbleiterindustrie priorisiert B2B-Geschäfte, Consumer-Hardware rückt in der Prioritätenliste nach hinten. Samsungs Preiserhöhungen sind nur das Vorbild für das, was uns bei Apple und anderen Herstellern bevorstehen könnte. Während Apple bei den iPhones den Dienstleistungskosmos als Rendite-Puffer nutzen kann, sind hochpreisige Mac-Konfigurationen bereits jetzt das Opfer der Chip-Knappheit. Wer in diesem Jahr neue Hardware plant, sollte sich auf einen schmerzhaften Preisschock einstellen – oder Lieferzeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen.

Quelle: MacRumors

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