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Apple plant einen der größten europäischen Stores in Zürich

Apple verlässt den Standort Rennweg in Zürich und plant an der Lintheschergasse 7 einen der größten Apple Stores in Europa. Der Rennweg war offenbar von Anfang an nur eine temporäre Lösung.

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Codekiste Redaktion14. April 2026

Rennweg war nur ein Provisorium

Wer in den letzten Jahren den Apple Store an der Rennweg 43 in Zürich besucht hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass die Location nicht ganz den typischen Apple-Maßstäben entspricht. Ein Eingangsbereich mit Treppen und Aufzug wirkt für ein Unternehmen, das Barrierefreiheit und nahtlose Kundenerlebnisse sonst großschreibt, eher wie ein Kompromiss. Und genau das war es auch. Wie Insider gegenüber MacRumors bestätigen, war der Rennweg-Standort nie als dauerhaftes Zuhause gedacht. Vielmehr handelte es sich um eine Übergangslösung, nachdem Apple 2019 von der Bahnhofstrasse weichen musste. Bereits damals war es ein offenes Geheimnis, dass das Unternehmen nach deutlich größeren Flächen suchte. Ein spezielles Team wurde damit beauftragt, passende Immobilien ausfindig zu machen.

Megastore an der Lintheschergasse

Mit einem nun eingereichten Baugesuch wird der Plan konkret: Apple zieht an die Lintheschergasse 7, nur einen Steinwurf von der berühmten Bahnhofstrasse entfernt. Die Ausmaße des Projekts sind beeindruckend. Laut den Bauplänen umfasst das Erdgeschoss, das als „Sales“-Fläche ausgewiesen ist, rund 454 Quadratmeter – vergleichbar mit der aktuellen Verkaufsfläche am Rennweg. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Eine weitere Etage darüber ist mit 521 Quadratmetern als „Backstage“-Bereich deklariert, was typischerweise auf Büroräume oder Mitarbeiterbereiche hindeutet.

Sollte Apple sich entscheiden, auch das obere Stockwerk für den Einzelhandel zu nutzen, würde der Standort mit einer vom Tagesanzeiger geschätzten Gesamtfläche von rund 2.000 Quadratmetern zu einem der größten Apple Stores in ganz Europa aufsteigen. Für Zürich wäre das ein Meilenstein. Die finanzielle Dimension des Projekts ist ebenfalls bemerkenswert: Mit einer geschätzten Miete von 1.500 Schweizer Franken pro Quadratmeter und Monat bewegt sich Apple hier in absoluten Premium-Sphären – was für den Tech-Giganten jedoch kaum ins Gewicht fällt, wenn es um die perfekte Inszenierung der eigenen Marke geht.

Denkmalschutz trifft auf Apple-Design

Architektonisch wird der neue Standort eine interessante Herausforderung. Das Gebäude an der Lintheschergasse 7 steht unter Denkmalschutz, was radikale Umbauten an der Fassade von vornherein ausschließt. Apple muss sich hier also an vorgegebene historische Strukturen anpassen – ein deutlicher Kontrast zu den sonst so oft präferierten, von Grund auf neu entworfenen Glaspalästen a la Fifth Avenue.

Dennoch hinterlässt Apple seine Handschrift: Die Baugenehmigung sieht eine Renovierung der Fassade im Erdgeschoss und im ersten Stock vor. Zwischen den Schaufenstern sollen neue Metallpaneele in der Farbgebung „Aluminium Champagne“ installiert werden, auch die Fensterrahmen werden aktualisiert. Die Verkleidung der Betonpfeiler, die sich an die oberen Stockwerke anpassen muss, bleibt jedoch unangetastet. Ein weiterer Eingriff betrifft den Eingangsbereich: Der bisherige zurückgesetzte Eingang wird einer bündigen Fassade weichen, was dem Gebäude 11 Quadratmeter zusätzliche Fläche im Erdgeschoss bescheren und die Grundfläche auf 965 Quadratmeter bringen soll. Ein Kellerbereich wird voraussichtlich als Lager genutzt.

Zeitplan und strategische Einordnung

Die Bauarbeiten sind von Anfang November 2026 bis Anfang Mai 2027 angesetzt, was auf eine Eröffnung im Sommer 2027 hindeutet. Mit dem Umzug markiert Apple die dritte Zürcher Adresse nach der Bahnhofstrasse (2009) und dem Rennweg (2019).

Zusätzlich zum Zürcher Megastore plant Apple auch in Genf einen neuen Standort, der laut Baugenehmigungen mit einer markanten Glasfassade aufwarten wird. In der Schweiz betreibt Apple aktuell vier Stores (zwei in Zürich, je einer in Basel und Genf).

Die massive Investition in physischen Einzelhandel mag in einer Zeit wachsender E-Commerce-Umsätze auf den ersten Blick überraschen. Doch Apple nutzt seine Stores längst nicht mehr nur als Verkaufsräume, sondern als „Town Squares“ – Orte der Begegnung, für Today at Apple-Sessions und als physischer Ankerpunkt für die ohnehin stark ausgeprägte Markenbindung. Gerade im Premiumsegment der Bahnhofstrasse ist Präsenz entscheidend. Wer die oberste Etage am neuen Standort tatsächlich in Verkaufsfläche umwidmet, wird zeigen müssen. Die Grundlagen dafür sind jedenfalls gelegt, und die Konstruktion eines bündigen, einladenden Eingangs ohne Stufen zeigt: Apple hat aus dem Provisorium am Rennweg gelernt.

Quelle: MacRumors

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