C
Tech

Anker soundcore Liberty 5 Pro: Besserer Klang, starkes ANC, aber das Case…

Die neuen Liberty 5 Pro und Pro Max von Anker setzen neue Maßstäbe beim ANC, erfordern aber Klang-Feintuning und haben ein gewichtiges Case-Problem.

CR
Codekiste Redaktion1. Juni 2026

Anker soundcore Liberty 5 Pro & 5 Pro Max: Ein detailreicher Blick auf die neuen Flagship-In-Ears

Anker bringt mit den soundcore Liberty 5 Pro und 5 Pro Max zwei neue Flagship-In-Ears auf den Markt. Das Spannende vorab: Die eigentlichen Kopfhörer sind absolut baugleich. Der Preisunterschied von 70 Euro (5 Pro: 180 Euro UVP, 5 Pro Max: 250 Euro UVP) resultiert ausschließlich aus dem Case und einigen Zusatzfunktionen. Nach fünf Wochen intensiver Nutzung zeichnet sich ein klares Bild ab: Die Geräte sind besser als je zuvor, aber der Markt ist hart und die Konkurrenz oft günstiger geworden.

Klang: Erst nachjustieren entfaltet sich das Potenzial

Wer die Liberty 5 Pro aus der Verpackung nimmt, wird von dem sogenannten „Signature Sound“ von Anker eher enttäuscht sein. Out of the Box klingen die In-Ears recht lasch und wenig dynamisch. Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn man den integrierten Hörtest absolviert oder manuell in den Equalizer-Einstellungen der App greift. Mit etwas mehr Bass und angepassten Höhen liefern die Kopfhörer einen warmen, satten Klang, der für die meisten Musikgenres, Hörbücher und Streaming-Dienste absolut ausreicht.

Klanglich bewegen sie sich damit im soliden oberen Mittelfeld. Lediglich in den höchhen Frequenzbereichen fehlt es an Präzision – wer detaillierte Violinkonzerte oder extrem hochauflösende Audio-Tracks hört, wird hier Abstriche bemerken. Für den Alltagsgebraich ist das aber ein hervorragender Mixklang, der sich nicht verstecken muss.

ANC & Transparenz: Endlich auf Augenhöhe

Die mit Abstand größte Überraschung bietet das Active Noise Cancelling (ANC). Wo Anker in der Vergangenheit immer nur „gut für den Preis“ war, setzen die Liberty 5 Pro nun ernsthaft zum Angriff auf die Spitzenreiter an. Das ANC ist erstaunlich stark und muss sich nicht vor den Apple AirPods Pro 3 verstecken.

Ein interessantes Detail aus dem Praxistest: Auf der höchsten ANC-Stufe (5) ist ein leichtes Grundrauschen hörbar. Schaltet man jedoch auf Stufe 4 herunter, verschwindet dieses Rauschen komplett, und das ANC filtert Stimmen sogar noch ein bisschen effektiver heraus. Ein cleverer Trick, der auf langen Flügen oder in der Bahn für echte Erholung sorgt. Auch der Transparenzmodus ist natürlich und rauschfrei, auch wenn viele Nutzer vermutlich weiterhin den Reflex haben werden, den Kopfhörer kurz aus dem Ohr zu nehmen, statt den Modus zu wechseln.

Akkulaufzeit: Realistisch betrachtet

Anker bewirbt die Liberty 5 Pro mit 9,5 Stunden mit aktiviertem ANC. Dieser Wert ist in der Praxis jedoch nicht haltbar. Unter realistischen Bedingungen – mit aktivem ANC, wechselnden Codecs (wie LDAC) und variierender Lautstärke – sind eher 5 bis 5,5 Stunden drin. Das ist ein solider, alltäglicher Wert, der für lange Flüge oder ausgedehnte Pendelstrecken ausreicht, aber eben weit entfernt von den Werbeversprechen. Wer ausschließlich telefoniert, muss sogar mit rund drei Stunden rechnen.

Die Schnellladefunktion funktioniert indes zuverlässig: Fünf Minuten im Case genügen für etwa eine Stunde Wiedergabe (mit ANC), auch wenn Anker hier ohne ANC vier Stunden verspricht.

Telefonie: Gut, aber kein Zauber

Mit einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die beste Telefoniequalität wirbt Anker aggressiv. Die Realität sieht wie so oft etwas nüchterner aus: Die Telefonie ist für In-Ears erstaunlich gut, auch in lauter Umgebung wie Cafés, da das starke ANC die Umgebungsgeräusche für den Anrufer ausblendet. Dennoch gibt es einen spürbaren Qualitätsverlust im Vergleich zu einem direkt am Ohr gehaltenen Smartphone. Für gelegentliche Anrufe und Sprachnachrichten sind sie absolut tauglich, für professionelle Konferenzen sollte man aber lieber zum Handy greifen.

Das Case-Dilemma: Pro vs. Pro Max

Hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Modellen. Das Pro Max Case bietet ein Display und sehr starke Magnete fürs drahtlose Laden (quasi MagSafe-kompatibel). Das Standard-Pro-Case lädt zwar auch drahtlos, aber ohne diese Magnetfixierung.

Allerdings hat das Pro Max Case einen gewaltigen Nachteil: Es ist massiv. Es nimmt deutlich mehr Platz in der Hosentasche ein als die Cases der Konkurrenz. Zudem ist das Display nicht immer intuitiv und kann den Nutzer in den Wahnsinn treiben. Das Standard-Case der 5 Pro ist leider auch merklich größer als die Vorgänger und der Deckel wackelt leicht – ein Punkt, der bei der Verarbeitung eines 180-Euro-Produkts stört. Positiv: Die mattierte Oberfläche beider Cases ist extrem kratzresistent, selbst in der Hosentasche mit Schlüsseln überstehen sie wochenlang ohne einen einzigen Kratzer.

Fazit & journalistische Einordnung

Die Anker soundcore Liberty 5 Pro sind hervorragende In-Ear-Kopfhörer geworden. Das starke ANC, der anpassbare Klang und der hohe Tragekomfort machen sie zu einem echten Allrounder im Alltag.

Allerdings muss man kritisch anmerken: Der UVP von 180 Euro (und 250 Euro für die Max-Version) ist eine mutige Preisgestaltung. Die Vorgänger waren günstiger, und die Konkurrenz von Sony, Apple und Co. ist durch permanente Preisnachlässe oft günstiger zu haben als der offizielle Anker-Preis. Das Pro Max Case als 70-Euro-Aufschlag erscheint nur dann sinnvoll, wenn man zwingend das Display und die starken Magnete benötigt – in Kauf genommen werden muss dafür aber ein unpraktisch großes Ladecase. Wer einfach nur exzellentes ANC und guten Klang sucht, ist mit der Standard-5-Pro-Version bestens bedient, sollte aber einen Blick auf die tagesaktuellen Straßenpreise werfen.

Quelle: Technikfaultier

QUELLEN
YouTube: Technikfaultier
Pro-Feature

Melde dich an und werde Pro-Mitglied, um dieses Feature zu nutzen.

Anmelden
CR
Codekiste Redaktion

Automatisierte Content-Kuratierung für tech-news.

Kommentare

WEITERLESEN
Tech

Amazon Prime Day 2026: Vorab-Deals und was dahinter steckt

Tech

Nextcloud auf dem Prüfstand: KI, Datenschutz und die Last der Features

Tech

Warum InfiniBand das Netzwerk der KI-Revolution ist